2019

2018

26.12.2018

Vom Kinderheim zur Wohngruppe

Harald Dorau arbeitet derzeit seine Nachfolgerin Petra Müller ein.

 

Gut 23 Jahre lang hat Harald Dorau die städtischen Kinder- und Jugendwohngruppen (KIJU) geleitet. Zum 1. Dezember ist er in den Ruhestand gegangen. In seiner Zeit bei der Stadt hat er fünf Oberbürgermeister und viele Veränderungen erlebt.

Herr Dorau, wie war die Situation, als Sie 1995 begannen?

Harald Dorau: Als ich in die größte Einrichtung Am Jagdhaus kam, gab es noch 43 Säuglingsbetten für Waisenkinder – diese sind heute die Ausnahme. Denn wenn beide Eltern sterben, gibt es in der Regel Familie und Freunde, die die Kinder aufnehmen. Wenn Eltern aber mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind, ziehen sich häufig auch Familie und Freunde zurück.

Wie hat sich das „Kinderheim“ entwickelt?

Dorau: Als ich 1995 anfing, benötigten die Kinderheime über die Pflegesätze hinaus beträchtliche Finanzmittel. Deshalb sollte ich die drei städtischen Einrichtungen – Küllenhahn (das heutige Kinderhospiz), Vohwinkel und am Jagdhaus – in einem Betrieb konzentrieren. Damals gab es keinerlei Kostenrechnung. Petra Müller und ich haben erstmals realistische Pflegesätze anhand der tatsächlichen Kosten errechnet. So sank der Zuschussbedarf der Stadt von 1992 mit drei Millionen Mark pro Jahr auf Null seit 2004.

Gab es 1995 schon die Wohngruppen?

Dorau: Ja, aber damals wurde noch in einer Großküche gekocht und das Essen dann in Warmhaltebehältern in die Gruppen gefahren. Die Wäsche übernahm eine Großwaschküche. Heute hat jede Kindergruppe eine eigene Hauswirtschaftskraft, damit die Kinder das miterleben und lernen. Als spezielles Angebot kamen dann die Mutter-Kind-Gruppen dazu – die gibt es nicht in jeder Stadt. Dort hatten wir schon Mütter bis aus Brandenburg.

Haben sich die Familienkonstellationen verändert?

Dorau: Die einzelnen Situationen, die zur Heimerziehung führen, sind schwieriger geworden. Häufig kommen Kinder erst spät zu uns, wenn andere Hilfen ausgereizt sind. Dann brauchen sie eine sehr professionelle Betreuung. Deshalb bieten wir für jedes Kind ein maßgeschneidertes Hilfspaket an – mit Zielen und Handlungsschritten, die von unserem pädagogischen Personal, von den Eltern und von den Kindern und Jugendlichen abgearbeitet werden müssen. Das gab es früher nicht.

Wie wird entschieden, ob und wann ein Kind zurück in seine Familie kommt?

Dorau: Diese Entscheidung treffen entweder die Sorgeberechtigten in Verbindung mit Sozialarbeitern oder aber ein Gericht. Deshalb ist die Dokumentation auch immer umfangreicher geworden, weil die juristische Überprüfung immer mehr wird. Leider gibt es immer wieder auch Fälle, in denen ein Kind zurück in die Familie kommt, dann wieder zu uns, dann wieder in die Familie…

Wie sind Ihre Gruppen aufgebaut?

Dorau: Auf neun Kinder ab sechs Jahren kommen fünf Erzieher im Schichtdienst. Unser Grundsatz ist, dass die gleiche pädagogische Fachkraft, die ein Kind ins Bett bringt, auch am Morgen für die Kinder da ist. In jeder Gruppe ist eine Erzieherin – 80 Prozent unseres Personals sind Frauen – hauptverantwortlich für ein Kind. Problematisch ist da manchmal unsere Teilzeitquote von 35 Prozent; da wird es dann schwierig mit den Übergaben und Teambesprechungen.

Was ist für Sie ein Erfolg?

Dorau: Das ist sehr individuell: Bei der einen ist es, wenn sie Schule und Berufsausbildung schafft und auf eigenen Beinen steht, bei der anderen, wenn sie nicht drogenabhängig wird.

Wie kommen die Kinder und Jugendlichen zu Ihnen?

Dorau: Manche Jugendliche kommen alleine, mit ihren Eltern, oder mit ihren Sozialarbeitern zu einem ersten Gespräch. Die jüngeren Kinder (unter 14 Jahren) werden häufig von der Polizei oder von Sozialarbeitern gebracht. Schlimm sind die Situationen, wenn für ein Kind nicht schnell eine dauerhafte Perspektive gefunden wird und es dann monatelang in einer Notaufnahme bleiben muss. Babys und Kinder im Kindergartenalter werden durch das Jugendamt in der Regel sofort in Pflegefamilien vermittelt.

Finden Sie genügend Personal?

Dorau: Es ist sehr schwierig. Wir versuchen, alle Auszubildenden zu übernehmen, das klappt oft. Und uns ist eine gute Personalfürsorge wichtig. Wir haben viel Supervision und Fachberatung. Darüber stärken wir das Personal und das kommt den Kindern zugute.

Wie groß ist die Unterstützung durch die Bevölkerung?

Dorau: Sehr groß. Wir haben zum Glück Sponsoren, die uns viel ermöglichen. Früher mussten wir uns für jeden Ausflug einen Wagen leihen. Dann hat uns ein Sponsor den ersten Kleinbus gespendet. Wir wollen auch, dass jedes Kind einmal im Jahr zu einer Freizeit fahren darf. Mit den normalen Pflegesätzen ginge das gar nicht.

Info
Wohngruppen

Kapazität Die städtischen Kinder- und Jugendwohngruppen haben 27 Plätze für Kinder, 55 für Jugendliche und 14 für junge Mütter und Väter plus deren Kinder. Dazu kommen 14 Plätze in der Notaufnahme sowie zehn Plätze in einer Tagesgruppe. Pro Jahr durchlaufen rund 250 Kinder allein die Notaufnahmen.

Nachfolge Die Betriebswirtin Petra Müller arbeitet seit 21 Jahren bei KiJu und leitet die Einrichtung seit Dezember. Sie hat bei KiJu die Kostenrechnung eingeführt, die Eröffnungsbilanz aufgestellt und war an der Umwandlung des Betriebes zum Eigenbetrieb zum 1.1.1999 beteiligt.

 


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19.12.2018

 

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07.11.2018

Projekt Grüner Daumen

Firma Freund sorgt für "neuen Glanz"

 Am 28.08.2018 hat uns die Firma Freund im Rahmen des Projekts Grüner Daumen mit ihren Auszubildenden aus den verschiedensten Unternehmensbereichen besucht und kräftig Hand angelegt bei der Verschönerung der Außenanlagen unsere Kinderwohngruppe Cronenberg und Jugendwohngruppe Remix. Dabei haben die fleißigen Helfer Terrassen dampfgestrahlt, Unkraut entfernt und mit jeder Menge Spaß daran gearbeitet, die verschiedenen Bereiche in „neuem Glanz“ erstrahlen zu lassen.

Wir sagen DANKE!

 


12.01.2018

Ikea-Adventskalender bringt 12.000 Euro

Spende für die Kinder- und Jugendwohngruppe der Stadt Wuppertal

 IKEA-Adventskalender bringt 12.000 Euro

 

Für jeden in der Adventszeit verkauften Ikea-Adventskalender spendet das schwedische Einrichtungshaus einen Euro für einen guten Zweck. Auf diese Weise ist im neuen Einrichtungshaus Wuppertal in diesem Jahr die Summe von 12.000 Euro zusammen gekommen.
 

Die Spendensumme wurde nun von Einrichtungshauschefin Susanne Schweitzer an die Kinder- und Jugendwohngruppen der Stadt Wuppertal übergeben. In der Verkaufszeit hatten Guido Faulenbach, Fachbereichsleiter der Kindernotaufnahme und freiwillige Helfer des Freundeskreises, ein Verein welcher seit vielen Jahren die Arbeit der Kindernotaufnahme unterstützt, den Verkauf tatkräftig angekurbelt. Im Einrichtungshaus informierten sie Besucher über ihre Arbeit und die Spendenaktion. Entsprechend froh waren sie über jeden mitgenommenen Ikea-Adventskalender und das damit erzielte Spendenergebnis. Guido Faulenbach freut sich darüber, den Kindern nun einen neuen Spielplatz auf dem Außengelände der Kindernotaufnahme ermöglichen zu können.

Die Kinder- und Jugendwohngruppen der Stadt Wuppertal haben vorrangig die Aufgabe, jungen Menschen eine Orientierung zu bieten, sie zu beraten, zu unterstützen, zu begleiten und in ihrer individuellen Entwicklung - unter Berücksichtigung ihrer bisherigen Lebenssituation - zu fördern. Die Grundlage dafür ist die Orientierung an den Grundbedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen, unter Einbeziehung der Familien.


2017

29.06.2017

Rauer Werth 14: Aus der Ruine wird ein Haus

Kräfte des zweiten Arbeitsmarktes richten das Gebäude her. Am Freitag feierten sie Richtfest.

 Rauer Werth

 

Die Verantwortlichen des Projekts zeigten sich beim Richtfest sichtlich beeindruckt.

Barmen. „Toll, wie schön die Tür geworden ist“, war Thomas Lenz, Chef des Jobcenters, ganz begeistert vom liebevoll restaurierten Portal zur Adresse „Am Rauen Werth 18“ in Barmen, wo ein KIJU-Wohnprojekt der Stadt Wuppertal für zwei Kinder- und Jugendgruppen aus schwierigen familiären Verhältnissen entsteht. Am Donnerstagnachmittag wurde dort Richtfest gefeiert wurde.

Die grüne Holztür mit schmiedeeisern-verzierten Glasfenstern ist dabei exemplarisch für das gesamte Gebäude, das Sozialdezernent Stefan Kühn und Wolfgang Nielsen, Vorsitzender der Wuppertaler Tafel, vor einigen Jahren kopfschüttelnd begangen hatten. „Ein Baum wuchs aus dem Dach heraus, und das Haus galt als Taubenhaus und war entsprechend verschmutzt“, erinnert sich Kühn an das ehemalige Druckereigebäude, das Heinz-Jürgen Hagenkötter 2010 der Stiftung Wuppertaler Tafel geschenkt hatte. „Das war der Anfang allen Wirkens“, meinte Dietmar Heilmann, Vorsitzender der Stiftung, die sich der Dienste des Architekten Stephan Müller versichert hatte. Müller sitzt außerdem im Beirat der Tafel.

Anfang 2016 begann die Bautätigkeit in der verrotteten Immobilie. Und zwar unter der Leitung von Dieter Mattner, dem hiesigen Niederlassungsleiter der GBA, der mit den Kräften des zweiten Arbeitsmarktes aus der allerdings solide gemauerten Ruine wieder ein Haus machte. Nach einer Generalreinigung entstand unter fachlicher Anleitung der ungelernten Kräfte nach und nach ein Haus, das so eine enorme Wertsteigerung erfuhr. Die ehemaligen Rundbögenfenster im Parterre geben – frisch restauriert – dem Ganzen einen stilvollen Charakter.

In einer Woche ziehen die ersten Jugendlichen ein

Die Böden neu ausgelegt, sanitäre Anlagen installiert, die Wände verputzt, so sind Wohnräume entstanden, in die die erste Gruppe von Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 14 Jahren in einer Woche einziehen kann.

Acht Personen plus ein Sozialarbeiter, der mit seiner Gruppe dort lebt und ständig vor Ort ist, sollen am Rauen Werth wohnen und sich dort auch wohler fühlen als in ihrem bisherigen Heim. Noch muss im Parterre, im Treppenhaus und im ersten Stock der „Feinschliff“ erfolgen. Doch schon jetzt ist zu sehen, dass alle Mädchen und Jungen ein eigenes Zimmer haben werden, dass man in einem Gemeinschaftsraum zusammen kocht und isst.

„Ohne die GBA-Kräfte wäre das nie zu finanzieren gewesen“, erklärte Hans Joachim Gedder von der Stiftung, und schaute dankbar auf die handfeste Truppe, die Freitagnachmittag im Hof des Gebäudekomplexes mit einem rustikalen Büffet feierte und gleichfalls stolz auf das Erreichte blickte. „Sinn stiftende Arbeit vermittelt auch ein erheblich größeres Selbstwertgefühl“ war stets die These von Stefan Kühn. Und Architekt Stephan Müller warb um Verständnis dafür, dass die Arbeit mit ungelernten Kräften natürlich langsamer voran geht als mit Profis, und dass auch bei der Verständigung mit Flüchtlingen aus den Krisengebieten Probleme auftauchen können.

Dennoch, aus einer Ruine ist ein höchst ansehnliches Haus geworden, in dem auch die zweite Gruppe in absehbarer Zeit das dritte Stockwerk und das riesige Obergeschoss beziehen können.


03.05.2017

 200 Begrüßungstaschen

Große Freude bei den Mitarbeitern der Kindernotaufnahme.

Der Lionsclub Wuppertaler Schwebebahn spendet 200 Begrüßungstaschen. 

Gefüllt mit der Maus und dem Elefanten, etwas Süßem und Sorgepüppchen, werden die Begrüßungstaschen ihre Wirkung bestimmt nicht verfehlen.

Die Kindernotaufnahmen sagen DANKE


2015

 24.04.2015

Sparda-Bank unterstützt Kinder- und Jugendwohngruppen

Von links nach rechts: Karin Knezic, KIJU, Kordula Binder, KIJU, Emma mit Vater Matthias Spurgath,Silke Clausen-Foglia, Bezirksleiterin Bausparkasse Schwäbisch Hall, Carmen Ballaera-Nickel, Erzieherin, Harald Dorau, Betriebsleiter KIJU, Swidbert Obermüller, Vertriebsleiter der Sparda-Bank, Ursula Susann Sagorski, Kinderpflegerin mit Amyie

Da war die Freude bei den Kinder- und Jugendwohngruppen (KIJU) Am Jagdhaus  groß: Am 23. April kamen Swidbert Obermüller, Vertriebsleiter der Sparda-Bank in Wuppertal und Silke Clausen-Foglia, Beziersdirektorin der Bausparkasse Schwäbisch Hall Ag, zu Besuch. Im Gepäck hatten sie nicht nur jede Menge Spielzeug, sondern auch einen dicken Scheck über 2.000 Euro für die Ausstattung der Babybetreuung im Mutter- / Vater- / Kind-Bereich. Harald Dorau, KIJU-Betriebsleiter, dankte herzlich und führte die Gäste durchs Haus: "Wir freuen uns über diese großzügige Unterstützung!"

Die Spenden entstammen einer gemeinsamen Aktion der Baussparkasse Schwäbisch Hall und der Sparda-Bank in Wuppertal. für jeden Bausparvertrag im tarif JungeLeute, der zwischen Dezember 2014 und Februar 2015 abgeschlossen wurde, spendete dei Bausparkasse Schwäbisch Hall ein mit Spielzeug gefülltes Traumhaus aus Pappkarton.Und für jedes Traumhaus spendete die Sparda-Bank in Wuppertal 20 Euro.

Für den Vertriebsleiter der Sparda-Bank Wuppertal, Swidbert Obermüller, ist die Unterstützung eine Sebstverständlichkeit. "Als Genossenschaftsbank vor Ort sind wir den Bürgern einfach verpflichtet. Uns geht es vor allem darum, sich für die Menschen in unserem Umfeld zu engagieren. Und gerade Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfen sind besonders wichtig, daher geben wir gern finanzielle Hilfe."

Kinder- und Jugendwohngruppen der Stadt Wuppertal | Am Jagdhaus 50 | 42113 Wuppertal

Zentrale Rufnummer: 0202 - 563-2330

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